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DIE WELTFRIEDENSGLOCKE 

 

Die Idee der Friedensglocken wurde von Chiyoji Nakagawa, einem Überlebenden der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki im Jahr 1945, geboren. Mit seinen Freunden sammelte er Münzen aus vielen Ländern, die dann mit metallenen Trümmern aus Hiroshima verschmolzen wurden. Nachdem der Beschluss gefasst wurde, Friedensglocken auch in anderen Städten der Welt zu errichten, wurde die erste Weltfriedensglocke 1954 am UN- Hauptquartier in New York aufgestellt.

 

Im Dezember 1988 trug die "World Peace Bell Association" die Bitte an Herrn Manfred Schmidt, Botschafter der DDR in Japan, heran, zum 50. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs eine Weltfriedensglocke in Berlin aufstellen zu dürfen. Auf eine entsprechende Anfrage erhielt Herr Schmidt vom Außenministerium der DDR die Antwort, dass der Magistrat von Berlin und der Deutsche Friedensrat die Glocke gemeinsam in ihre Obhut nehmen werden.
Von japanischer Seite wurde gewünscht, dass der Standort in repräsentativer und zentraler Lage liegen sollte. So wurde entschieden, den Pavillon mit Glocke am (Bunkerberg) Großen Teich im Volkspark Friedrichshain, in unmittelbarer Nähe des Alexanderplatzes und der Gründungsstätte von Berlin - der Nikolaikirche, zu errichten. Der Magistrat von Berlin beschloss die Glocke mit einem Pavillon im Volkspark Friedrichshain, als Symbol des Willens, dass auch künftig die Menschen glücklich und ohne Angst vor einem Krieg leben sollen, zu errichten.

Jeder Glockenschlag soll aus Berlin - "Stadt des Friedens" – den Willen zur Abrüstung, zum Dialog und zur Völkerverständigung verkünden.

Der japanische Glockentempel ist durch den Berliner Architekten  Herrn Klaus Wieja, im japanischen Stiel projektiert und von den deutschen Handwerkern, der Brigade von Herrn Wolfram aus der Werkstatt Holz des VEB Denkmalpfleger, kunstfertig errichtet worden.

Der Angermünder Kunstschmied Herr Wilfried Schwuchow errichtete das Kupferdach mit den Ornamenten, die Glockenaufhängung und montierte die Glocke.

Die 100 cm hohe Bronzeglocke hat einen Durchmesser von 60 cm und ein Gewicht von 365 kg.


Die in Berlin-Friedrichshain hängende japanische Glocke ist eine der wenigen, die eine besondere Legierung aufweisen. Sie wurde aus Münzen der damaligen 104 UN-Mitgliedsstaaten, darunter zwei Kilo 20-Pfennig-Stücke aus der DDR, gegossen und trägt auf Japanisch und Deutsch das Wort „Weltfrieden“.
Von den etwa 25 Weltfriedensglocken weltweit, die von der Weltfriedensglockengesellschaft errichtet wurden, haben zwölf diese besondere Legierungsart.

Tief bewegt übergab der Vizepräsident der World Peace Bell Association (Gesellschaft Weltfriedensglocke) Herr Kayo Takayama aus Japan am 1. September 1989, in Anwesenheit höchster Regierungs- und gesellschaftlicher Repräsentanten der DDR und der Teilnahme breitester Bevölkerungsschichten, die Weltfriedensglocke der Stadt Berlin und weihte sie als mahnendes Symbol zur Bewahrung des Friedens ein. 

 

Begleitet vom Beifall der Kundgebungsteilnehmer am 01.09.1989 läuteten die Tochter des antifaschistischen Widerstandskämpfers Anton Saefkow, Frau Bärbel Schindler-Saefkow, und die Japanerin Frau Sachiko Wakizaka gemeinsam die Weltfriedensglocke. Hunderte „weißer Friedenstauben“ stiegen danach, begleitet von dem Lied

 „Der einfache Friede“, in den Himmel auf.

Heute gehört die Weltfriedensglocke zum Kleinod des wiedervereinigten Berlins. Zwei Gedenktafeln unter der Glocke, gestiftet vom Verein Friedensglockengesellschaft Berlin e.V., erinnern an die Zehntausende von  Opfern der  US-amerikanischen Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima am 06. August und Nagasaki am 09. August 1945.

Die Erinnerungstafel des Senates von Berlin, die unweit des Pavillons aufgestellt ist, steht für Dialog, Völkerverständigung und einem Brückenschlag der Versöhnung, für eine Welt des Friedens.

Seither versammeln sich am 6. August Bürger/-innen, Vereine und Parteien an der Weltfriedensglocke Berlin, um zu erinnern, zu gedenken und zu mahnen und sich für Frieden und eine Welt ohne Atomwaffen einzusetzen.

 

 

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